Apple fordert 1 Milliarde US-Dollar vom Zulieferer Qualcomm
Rechtsstreitigkeiten sind für ein Unternehmen von Apples Größe und der Vielzahl von eingesetzten Technologien sowie der Zusammenarbeit mit zahlreichen Zulieferern keine Seltenheit. Dazu kommen auch Auseinandersetzungen mit Konkurrenten, wie beispielsweise Apples Klage gegen Samsung.
Nun führt Apple einen neuen Rechtsstreit, diesmal gegen den eigenen Zulieferer Qualcomm. Dieser stellt unter anderem Mobilfunkmodems für Smartphones und andere mobile Geräte her, die beispielsweise in Apples iPhones verbaut sind. Apple wirft dem Hersteller nun vor, dass dieser Rabatte in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar zurückbehalte.
Es geht dabei um Chiplieferungen für das iPhone und iPad in den Jahren 2011 bis 2016, mit der Vereinbarung von günstigeren Konditionen, wenn Apple in die beiden Geräte nur Mobilfunkmodems von Qualcomm verbaut. Laut Apple halte Qualcomm die 1 Milliarde an Rabatten zurück, weil Apple mit der Korea Fair Trade Commission zusammengearbeitet hat. Mit dieser hatte Qualcomm ebenfalls Probleme, die dem Hersteller aufgrund von Wettbewerbsverstößen eine Strafe von 854 US-Dollar auferlegt hatte.
Außerdem wirft Apple dem Hersteller vor, dass dieser viel zu hohe Lizenzgebühren verlange, welche wiederum auf veralteten Patenten beruhen sollen. Obwohl auch andere Hersteller zu den Mobilfunkstandards beigetragen haben, verlangt Qualcomm laut Apple insgesamt 5 mal so hohe Lizenzgebühren wie der ganze Rest zusammen.
Laut einer Stellungsnahme von Qualcomm missinterpretiere Apple mit Absicht die Vereinbarungen und spiele den Wert der von Qualcomm gehaltenen Technologien runter. Außerdem soll Apple Behörden wie die südkoreanischen Wettbewerbshüter (Korea Fair Trade Commission) zu Eingriffen gegen Qualcomm ermuntern. Eine Einigung ist also nicht in Sicht und der Rechtsstreit wird sich daher wohl wie andere über Jahre hinziehen.
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