Apple & Qualcomm beenden überraschend alle Rechtsstreitigkeiten
Apple und Qualcomm haben sich einer Pressemitteilung zufolge geeinigt und überraschend alle Rechtsstreitigkeiten beigelegt. Darüber hinaus gab Apple neue Lieferverträge mit dem Halbleiterhersteller bekannt, woraufhin Intel das Ende der Entwicklung von 5G-Modems ankündigte.

Am Montag begann vor einem Gericht in San Diego der Prozess zwischen Apple und Qualcomm. Apple hatte sich zum Ziel gesetzt, im Lauf des Verfahrens die meisten Patente von Qualcomm für ungültig erklären zu lassen. Zudem sollten die Richter die Geschäftspraktiken Qualcomms bei der Vergabe von Lizenzen auf den Prüfstand stellen, die laut Apple unfair bemessen wurden.
Gestern Abend hat der iPhone-Hersteller völlig überraschend in seinem Newsroom eine Pressemitteilung veröffentlicht, mit welcher das Ende sämtlicher Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Konzern sowie allen Partnern von Apple und Qualcomm verkündet wurde. Doch das Ende der Klageflut der letzten Jahre und die Einstellung aller laufenden Verfahren ist noch nicht alles: Apple hat mit dem Halbleiterhersteller auch eine neue Lizenzvereinbarung und Lieferaufträge für Chipsätze ausgehandelt, die rückwirkend zum 1. April 2019 für sechs Jahre mit der Option auf Verlängerung für weitere zwei Jahre gelten.
- Vereinbarung beendet alle laufenden Rechtsstreitigkeiten, einschließlich jener mit den Auftragsfertigern von Apple
- Unternehmen haben eine weltweite Patentlizenzvereinbarung geschlossen und ein Lieferabkommen für Prozessoren vereinbart
Mit dem geschlossenen Vergleich enden also die seit Jahren andauernden Streitigkeiten, welche Ende 2018 sogar zu einem Verkaufsstopp von einigen iPhone-Modellen in Deutschland und China führten. Die Einigung beinhaltet auch einen nicht näher genannten Geldbetrag, den Apple an Qualcomm zahlt. Dabei könnte es sich um die seit Beginn der Streitigkeiten von Apple nicht bezahlten Lizenzgebühren handeln. Insider sprechen dabei von einer Summe in Höhe von knapp 7,5 Milliarden US-Dollar.
Einigung mit Folgen für Intel
Nicht nur Endkunden, denen das Ende der Patent- und Lizenzklagen zugute kommt, sondern auch Mitbewerber und Konkurrenten haben die Verhandlungen zwischen Apple und Qualcomm in San Diego beobachtet. Nachdem bekannt wurde, dass sich beide Parteien geeinigt und sogar neue Lieferverträge beschlossen haben, hat Intel ebenfalls eine Pressemitteilung herausgegeben, aus welcher hervorgeht, dass man sich aus der Entwicklung und der Vermarktung von 5G-Modems vorerst verabschiedet.
Das 5G-Netz habe zwar für den Prozessorhersteller weiterhin einen hohen Stellenwert, allerdings möchte man sich auf 5G-Hardware konzentrieren, die in Computern oder anderen Geräten eingesetzt wird. Speziell im "Internet der Dinge" sieht Intel-CEO Bob Swan großes Potenzial. Intel wollte eigentlich für Apple 5G-Chips für das iPhone und iPad liefern, machte aber zuletzt immer wieder Schlagzeilen, weil man die gesetzten Deadlines nicht einhalten konnte.
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