Apple wirbt um Freigabe chinesischer Speicherchips von CXMT

Apple hat in den vergangenen Wochen einen verstärkten politischen Dialog mit der US-Regierung aufgenommen. Im Zentrum steht die Frage, ob das Tech-Unternehmen Arbeitsspeicherkomponenten von einem chinesischen Zulieferer beziehen darf. Die Initiative ist eine direkte Konsequenz aus einem anhaltenden globalen Engpass, der die Produktionskosten in die Höhe getrieben hat.
Nachdem Apple die Verkaufspreise für mehrere Geräte bereits angehoben hat, soll eine Ausweitung der Lieferkette um chinesische Hersteller Abhilfe schaffen. Der Weg dorthin führt jedoch über komplexe regulatorische Hürden in Washington.
Preisanpassungen reichten nicht
Der Auslöser für die aktuellen Bemühungen ist ein massiver Mangel an Speicherchips auf dem Weltmarkt. Die knappe Verfügbarkeit hat die Einkaufspreise für Apple in die Höhe getrieben, was das Unternehmen nicht mehr allein absorbieren konnte.
Am 25. Juni 2026 hat Apple infolgedessen die UVPs für mehrere Mac- und iPad-Modelle deutlich angehoben. Die Preisanpassungen waren notwendig, um die gestiegenen Materialkosten zu decken. Doch allein damit ließ sich der Kostendruck nicht vollständig abbauen, weshalb das Unternehmen nach alternativen Bezugsquellen sucht.
Hürde durch Pentagon-Liste
Als potenzielle Lösung kommt der chinesische Speicherchip-Hersteller CXMT in Frage. Das Problem: Das US-Verteidigungsministerium hat das Unternehmen auf die sogenannte 1260H-Liste gesetzt. Auf dieser schwarzen Liste stehen Firmen, denen angebliche Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee nachgesagt werden.
Ein pauschales Verbot für US-Unternehmen, Speicher von chinesischen Staatsfirmen wie CXMT oder YMTC zu kaufen, besteht zwar nicht. Die Eintragung auf der Pentagon-Liste macht solche Lieferbeziehungen jedoch extrem kompliziert. Jede Transaktion würde eine spezielle Lizenz erfordern, die Apple nun aktiv bei der Trump-Administration beantragt.
Tim Cooks Signale und Lobbying
Apple-CEO Tim Cook hatte die Richtung bereits Mitte Juni vorgegeben. In einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärte er, die Preiserhöhungen seien unvermeidbar gewesen. Gleichzeitig signalisierte er, dass chinesische Speicherzulieferer in Betracht gezogen würden, sofern die regulatorischen Rahmenbedingungen dies erlaubten.
Seit etwa einem Monat laufen Apples Lobbying-Bemühungen beim US-Handelsministerium. In den letzten Wochen wurde die Kampagne deutlich ausgeweitet. Das Unternehmen versucht nun intensiv, eine offizielle Freigabe für den Bezug von CXMT-Chips zu erhalten, um die Lieferkette zu stabilisieren und die Kosten langfristig zu senken.
Zusammenfassung
Apple sucht nach Wegen, um den Kostendruck durch den globalen Speicherchip-Mangel zu lindern. Nach Preiserhöhungen am 25. Juni 2026 lobbyiert das Unternehmen intensiv bei der US-Regierung für eine Ausnahmegenehmigung für chinesische Chips von CXMT. Der Weg ist durch die Eintragung des Herstellers auf der Pentagon-Liste nicht einfach, doch Apple drängt auf eine Lösung.
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