Samsung Galaxy Note 7: Nutzer berichten bei Austauschgeräten von Akkuproblemen
Samsung erlebt derzeit ohne zu übertreiben eine Fiasko mit dem neuen Galaxy Note 7 Smartphone. Millionen Geräte wurde mit beschädigten Akkus ausgeliefert, die feuergefährlich sind. Das sorgte dafür, dass die Smartphones bei zahlreichen Nutzern während des Ladevorgangs Feuer fingen. Einige waren direkt anwesend und konnten so schlimmeres verhindern, bei anderen entstanden dadurch in ihren Häusern und Fahrzeugen Brände.
Daher läuft derzeit weltweit eine große Rückrufaktion für betroffene Seriennummern, aber auch die Austauschgeräte scheinen nicht frei von Akkuproblemen zu sein, wie das Wall Street Journal berichtet. So gibt es Berichte aus Südkorea, dass die Akkus der neuen Geräte auch überhitzen oder starke Kapazitätsverluste zeigen, sogar während der Ladevorgangs. Samsung sind die Probleme bekannt, das Unternehmen spricht aber von Einzelfällen die untersucht werden. Was bei dieser Akkugeschichte besonders problematisch ist, ist dass sich die Akku im Gegensatz zu früheren Geräten des Herstellers nicht austauschen lassen.
Etwas Neues sind Brände bei Lithium-Ionen-sowie Lithium-Polymer-Akkus nicht. Die häufigsten Ursachen sind hier Überladung sowie mechanische Beschädigungen der Akkuzellen. Im ersten Fall überhitzen die Akkus, was bis zum Brand gehen kann. Daher haben heutzutage alle derartigen Akkus eine spezielle Schaltung gegen Überladung und Tiefentladung. Die Tiefentladung ist zwar in keiner Weise feuergefährlich, schädigt die Zellen aber dauerhaft, sodass sie an Kapazität verlieren oder ganz unbrauchbar werden.
Bei mechanischen Schäden können wiederum intern Kurzschlüsse entstehen, sodass sich die Akkus stark erhitzen bis dann der Separator aus Kunststoff schmilzt, sodass der Kurzschluss schlimmer wird und die hohe Energiedichte dieser Akkus mit einem Schlag freigesetzt wird. In diesem Fall können die Akkus regelrecht explodieren oder mit einer großen Stichflamme verbrennen.
Interessanterweise berichten Nutzer des Galaxy Note 7 übereinstimmend, dass ihre Geräte während des Ladevorgang Feuer gefangen haben. Das deutet eigentlich auf eine defekte Ladeelektronik hin, die den Akku beim Erreichen der Ladeschlussspannung nicht abschaltet, sodass dieser immer weiter geladen wird und sich bis zum Feuer erhitzen kann. Samsung spricht in einer Stellungsnahme jedoch von mechanischen Schäden durch zu großen Druck beim Einbau der Akkus.
Apple profitiert hingegen von diesem Akku-Debakel. Die Nachfrage nach dem großen iPhone 7 Plus fällt größer aus, sodass beide Modellreihen etwa gleich gefragt sein sollen. Früher waren dagegen das iPhone 6 und iPhone 6s deutlich gefragter als die großen Plus-Modelle. Das hilft Apple die Verkaufszahlen wenigstens etwas zu halten, wobei jedoch das Niveau des letzten Jahres nicht erreicht werden soll, wie Ming-Chi Kuo in einer aktuellen Investoreneinschätzung der Meinung ist. Andere Analysten deuten aber die geringen Lagerbestände in den Retail Stores als großen Erfolg.
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