Samsung lässt kritischen Bericht über das Galaxy Fold bei iFixit entfernen
Eigentlich sollte vergangene Woche mit dem Galaxy Fold von Samsung das erste faltbare Smartphone an die Vorbesteller ausgeliefert werden. Wegen technischer Probleme hat Samsung den Verkaufsstart verschoben. Im gleichen Zug verschwand jetzt ein kritischer Bericht von der iFixit-Webseite, das die Probleme des Fold aufzeigte.

Es sollte ein Quantensprung werden, der die Smartphonebranche revolutionieren sollte. Mit dem Galaxy Fold hat Samsung im Februar das erste faltbare Smartphone vorgestellt, das sich durch simples Aufklappen in ein vollwertiges Tablet verwandelt. Die Präsentation lief reibungslos ab und sorgte für einen Run auf das Gerät, für dessen Vorbestellung man sich lediglich vormerken lassen konnte.
Vor 14 Tagen nahm das Galaxy Fold in den Medien allerdings einiges an Schaden. Samsung verschickte einige Testgeräte an ausgewählte Influencer, Blogger und Redaktionen verschiedener Publikationen, welche das Gerät einem Review unterziehen sollten. Schnell wurde klar, dass das Display des Fold eine große Schwachstelle darstellte: Im Test flackerten Teile des Bildschirms, kleine Staubpartikel sorgten für Kratzer und eine Schutzfolie, welche nicht entfernt werden sollte, verursachte ebenfalls Probleme.
Letzte Woche gab Samsung dann bekannt: Der Verkaufsstart des Galaxy Fold wird um mindestens einen Monat nach hinten verschoben. Zudem wurden alle angekündigten Launch-Events abgesagt.
iFixit-Bericht offenbart Schwachstellen des Galaxy Fold
Zwei Tage nach der Absage seitens Samsung wurde auf dem Reparaturportal iFixit ein Teardown des Galaxy Fold veröffentlicht. Die Experten dort waren sich einig: Das faltbare Smartphone besitzt zwei gravierende Konstruktionsmängel, die zwangsläufig zu Defekten am Display führen müssen.
Als Erstes monierten die Reparatur-Spezialisten von iFixit die von Samsung aufgebrachte Schutzfolie. Diese wurde von mehreren Testern entfernt, denn es fehlte der Hinweis, dass diese unbedingt auf dem Gerät verbleiben muss. Doch auch wenn man die Folie auf dem Bildschirm beließ, hieß das nicht, dass das Display vollumfänglich geschützt wird: An den Seiten des Fold entstehen durch das Auf- und Zuklappen Öffnungen, durch die Staub und Schmutz eindringen und so zu Schäden am Display führen können. Vor allem im Bereich des Scharniers sei der Schutz quasi nicht vorhanden.
Ein weiteres Manko, das von iFixit bemängelt wurde, ist der Klappmechanismus: Laut der Einschätzung der Experten ist dieser nicht für für eine dauerhafte Belastung gemacht. Das häufige Wechseln in den Tablet-Modus, für welches das Galaxy Fold eigentlich gedacht ist, würde über kurz oder lang einen Schaden an den Scharnieren oder am Kunststoffpolymer-Display verursachen.
Samsung bittet Partner um Löschung des iFixit-Teardowns
Der kritische Bericht über das Teardown des Galaxy Fold wurde auf der Webseite von iFixit mittlerweile gelöscht. Die Betreiber haben dazu eine Stellungnahme veröffentlicht: Das von iFixit getestete Fold wurde nicht direkt von Samsung, sondern einem Partner für das Teardown zur Verfügung gestellt.
Samsung hat diesen Partner "gebeten", den kritischen Bericht entfernen zu lassen. Zwar sei man rechtlich nicht verpflichtet, Testberichte oder andere Meldungen, die nicht den Erwartungen des Herstellers entsprechen, zu löschen, man habe jedoch aus Respekt vor diesem Partner den Artikel über das Galaxy Fold gelöscht. Erst wenn das Fold regulär im Handel erhältlich ist, soll der Bericht wieder freigeschaltet und eventuell überarbeitet werden.
Damit hat Samsung augenscheinlich die Kohlen aus dem Feuer geholt und vorerst ein PR-Desaster verhindern können. Die Koreaner haben aber keinen Einfluss auf die "Wayback Machine" von archive.org, wo nahezu alle Webseiten im Netz gespeichert sind - dort ist der Artikel in voller Länge abrufbar.
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