Lightning vor dem Aus: EU-Kommission will USB-C als einheitlichen Ladeanschluss durchsetzen
Apple könnte schon bald gesetzlich dazu verpflichtet werden, alle seine Geräte mit einem USB-C-Anschluss auszustatten. Die EU-Kommission hat einen entsprechenden Vorschlag erarbeitet, der nur noch vom Europäischen Parlament und vom Rat abgesegnet werden muss.

USB-C gehört bei nahezu allen größeren Herstellern von Smartphones und Tablets zum guten Ton. Bei den Handys gilt das allerdings hauptsächlich nur für das Android-Lager. Obwohl viele Nutzer bei der iPhone-Keynote letzte Woche auf ein iPhone 13 mit USB-C-Port gehofft hatten, setzt Apple auch bei seinen neuen Flaggschiffen auf seinen proprietären Anschluss. Bis dato gibt es also kein iPhone, das ohne einen Adapter USB-C unterstützt.
Spätestens bis zum Jahr 2024 könnte sich das jedoch ändern - zumindest hierzulande. Die EU-Kommission hat nämlich gestern einen Vorschlag veröffentlicht, der Elektroschrott bei elektronischen Geräten minimieren soll. Konkret geht es um die Vereinheitlichung der Ladeports: USB-C soll zum Standardanschluss für Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörer, tragbare Lautsprecher und Handheld-Videospielkonsolen werden.
Der Vorschlag im Detail
Während heutzutage kein Android-Smartphone der mittleren und oberen Preisklasse mehr ohne eine USB-C-Buche auf den Markt kommt, verbaut Apple wie bereits erwähnt bei allen seinen iPhones und vielen iPads einen Lightning-Anschluss. Wer von einem Android- auf ein Applegerät wechselt, muss eventuell das notwendige Ladekabel neu kaufen. Ein solches liegt zwar, obwohl Apple seit dem iPhone 12 auf das Netzteil verzichtet, jedem neuen iPhone bei. Kauft man jedoch ein gebrauchtes iPhone, ist das allerdings nicht immer der Fall.
Gleiches gilt auch bei Headsets, Ladegeräten für AA-, AAA- bzw. 18650er-Akkus oder Bluetooth-Lautsprecher. Hier setzen die Hersteller oft noch auf Micro-USB.
Der Vorschlag der EU-Kommission bringt folgende vier Punkte ins Spiel:
- ein harmonisierter Ladeanschluss für elektronische Geräte
- eine harmonisierte Schnellladetechnologie
- Entflechtung des Verkaufs eines Ladegeräts vom Verkauf des elektronischen Geräts
- verbesserte Informationen für Verbraucher
Aus dem Vorschlag geht hervor, dass sich die Politik den einheitlichen Standard nicht nur für die Kabel wünscht, sondern auch für die Netzteile.
Zwei Jahre Übergangsfrist
Die Standardisierung der Ladebuchsen ist schon lange ein Thema in der EU-Kommission. Bei den Netzteilen wurde diese mittlerweile von vielen Herstellern umgesetzt. Dort findet man immer öfter eine USB-C-Buchse. Betrachtet man den Markt der Smartphones und Tablets, hinkt vor allem Apple hinterher.
Der Vorschlag der Kommission muss jetzt im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren vom Europäischen Parlament und vom Rat angenommen werden. Ist dieser Schritt vollzogen, haben die Hersteller ab dem Datum der Annahme 24 Monate Zeit, ihr Portfolio entsprechend anzupassen. Dann wird die Anwendung wirksam. Wer dann gegen das neue Gesetz verstößt, darf in der EU dann keine Geräte mehr ohne USB-C verkaufen.
Apple hat jetzt mehrere Optionen. Neben der Möglichkeit, USB-C im iPhone und iPad zum Standard zu machen, wäre es auch denkbar, dass der Konzern gänzlich auf die Buchse verzichtet und auf kabellose Technologien wie zum Beispiel MagSafe setzt.
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