iOS, NFC, Safari & App Stores von Drittanbietern: Apple kündigt Änderungen für die Europäische Union an
In diesem Jahr treten Änderungen des Digital Markets Acts in der Europäischen Union in Kraft. Apple hat sich nun in seinem Newsroom dazu geäußert, was da auf die europäischen Nutzer zukommt.

Die Europäische Union hat in den letzten Monaten die Regeln für sogenannte Gatekeeper-Unternehmen verschärft und Firmen wie Apple, Meta oder Google dazu verpflichtet, ihre Hard- und vor allem auch Software entsprechend anzupassen. Da geht es in erster Linie darum, in sich geschlossene Ökosysteme, wie zum Beispiel das von Apple, zu öffnen.
Das betrifft u. a. das Sideloading, was in diesem Jahr für europäische iPhone-Besitzer möglich gemacht werden muss. Wie man Mac kann man dann auch auf dem iPhone auf Wunsch Apps ganz normal aus dem Internet laden und installieren. Auch App Stores von Drittanbietern, wie man sie unter Android zuhauf findet, müssen europäischen Kunden zugänglich gemacht werden.
Das neue Regelwerk ist Bestandteil des Digital Market Acts (DMA). In seinem Newsroom hat sich Apple jetzt zum ersten Mal sehr ausführlich zu diesem Thema zu Wort gemeldet und verraten, welche Änderungen es bei Safari, iOS und dem App Store geben wird.
Safari
Schon jetzt kann man auf seinem iPhone oder iPad jederzeit einen anderen Standardbrowser als Safari verwenden. Der DMA sieht jedoch vor, dass man den Nutzer mindestens ein Mal auf diesen Sachverhalt hinweist und ihm die Wahl überlässt.
Deshalb wird nach dem ersten Start von Safari unter iOS 17.4 ein Auswahlbildschirm mit einer Liste von Browsern angezeigt. Dort hat man dann die Wahl, welche Software man künftig als Standardbrowser haben möchte.
iOS & Alternative App Stores
Unter iOS wird es künftig die Option geben, App Stores von Drittanbietern zu installieren. Das besagt der erste Punkt zum iPhone-Betriebssystem auf der Liste im Newsroom. Apple greift den Entwicklern dabei sogar unter die Arme, indem spezielle Tools für die Erstellung solcher Plattformen veröffentlicht werden:
- Neue Optionen für den Vertrieb von iOS-Apps über alternative App-Marktplätze — einschließlich neuer APIs und Tools, die es Entwickler:innen ermöglichen, ihre iOS-Apps auf alternativen App-Marktplätzen zum Download anzubieten.
- Neue Frameworks und APIs für die Erstellung alternativer App-Marktplätze — ermöglichen es Entwickler:innen von Marktplätzen, Apps zu installieren und Updates im Namen anderer Entwickler:innen von ihrer speziellen Marktplatz-App aus zu verwalten.
- Neue Frameworks und APIs für alternative Browser-Engines — ermöglichen es Entwickler:innen andere Browser-Engines als WebKit für Browser-Apps und Apps mit In-App-Browsing zu verwenden.
- Formular für Interoperabilitätsanfragen — über das Entwickler:innen zusätzliche Anfragen zur Interoperabilität mit iPhone und iOS-Hardware und -Softwarefunktionen einreichen können.
Apple baut zudem die Sicherheitsfunktionen von iOS und iPadOS aus. Wird beispielsweise in einer App, die man aus dem App Store von Drittanbietern installiert hat, Schadsoftware gefunden, wird das Starten der App unterbunden. Apple schreibt jedoch, dass es deutlich schwieriger wird, den Nutzer über andere Plattformen heruntergeladene Apps vor Betrug zu schützen. Apps in einem alternativen App Store werden nicht mehr von Apple überprüft – die Verantwortung liegt hier also beim Nutzer.
NFC im iPhone
Bisher hält Apple die NFC-Schnittstelle im iPhone für Drittanbieter unter Verschluss. Lediglich auf die in der Wallet hinterlegten Karten erlaubt der Hersteller den drahtlosen Zugriff. Das ist eine weitere Änderung, die der DMA mit sich bringt:
- „Wie von der Europäischen Kommission angekündigt, teilt Apple auch DMA-konforme Änderungen mit, die sich auf kontaktlose Zahlungen auswirken. Dazu gehören neue APIs, die es Entwickler:innen ermöglichen, NFC-Technologie in ihren Banking- und Wallet-Apps im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum zu nutzen. Außerdem führt Apple in der EU neue Bedienelemente ein, die es Nutzer:innen ermöglichen, die App eines Drittanbieters für kontaktlose Zahlungen — oder einen alternativen App-Marktplatz — als Standard auszuwählen.“
Entwickler von Banking-oder anderen Bezahl-Apps haben dann die Möglichkeit, NFC auf dem iPhone in vollem Umfang zu nutzen.
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