Apple vs. Cydia: Neuer juristischer Ärger für Apple - Vorwurf eines rechtswidrigen Monopols
Neuer Ärger für Apple: Der alternative App-Store-Betreiber Cydia hat von einem kalifornischen Gericht grünes Licht bekommen und kann nun den iPhone-Konzern vor Gericht ziehen.

Die gerichtlichen Auseinandersetzungen, mit denen sich Apple konfrontiert sieht, nehmen immer mehr zu. Mittlerweile formiert sich in vielen Ländern weltweit Widerstand gegen Apples Ökosystem. Im aktuellen Fall hat der App-Store-Betreiber und Jailbreak-Gigant Cydia Apple erneut wegen angeblich unlauterem Geschäftsgebaren verklagt.
Dem iPhone-Hersteller wird vorgeworfen, ein illegales Monopol zu betreiben, um sich Konkurrenten gegenüber einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Zwischen dem jetzigen Prozess und dem medial verfolgten Prozess zwischen Apple und Epic Games bestehen durchaus einige Parallelen, angefangen bei der Vorsitzenden Richterin, die die Klage von Cydia zugelassen hat.
Apple sperrt Cydia durch Software-Updates aus
Im Vorfeld der richterlichen Entscheidung berief sich Apple darauf, dass die anklagespezifischen Argumente von Cydia bereits verjährt seien. Die durch Bundeskartellrecht vorgesehen Maximalfrist von vier Jahren sei bereits überschritten, so Cupertino. Einem Bericht von Reuters zufolge wies die zuständige Richterin Yvonne Gonzales Rogers die Beschwerde von Apple jedoch ab und ermöglichte Cydia somit, gegen das nun wieder wertvollste Unternehmen der Welt zu klagen.
Richterin Rogers wurde bereits im Prozess zwischen Apple und Epic Games eine zentrale Rolle zuteil. In einem medienwirksamen Verfahren, das weltweit große Beachtung erfuhr, urteilte die 57-Jährige Anfang diesen Jahres zugunsten von Apple. Epic Games erreichte somit sein Ziel nicht, einen eigenen App-Marktplatz auf dem iPhone betreiben zu dürfen. Mit Blick auf das jetzige Geschehen am United States District Court of California lassen sich somit durchaus Gemeinsamkeiten ausmachen.
Konkret geht es dem in der Jailbreak-Szene beliebtem App-Store bzw. das dahinterstehende Unternehmen SaurikIT um Apple-Softwareupdates für iDevices im Zeitraum zwischen 2018 und 2021, die eigenen Aussagen zufolge darauf abzielten, alternative Software-Vertriebskanäle auszugrenzen.
Frühere Klage wurde nicht zugelassen
Im Jahr 2020 wurden von Cydia bereits ähnliche juristische Mittel gegen Apple eingelegt. Auch damals ging es im Kern um Apples Weigerung, alternative App Stores auf dem iPhone und iPad zuzulassen. Seinerzeit rechtfertigte Cupertino seine Haltung mit unlauteren Methoden der Software-Plattform, die ausschließlich über einen Jailbreak auf iDevices ausgeführt werden kann.
Außerdem betonte Apple, dass die Entscheidung zu den betroffenen Geschäftsbedingungen bereits 10 Jahre zurückliegt, womit inzwischen der Zustand der Verjährung eingetreten sei. Vor zwei Jahren schloss sich die Richterin der Argumentation von Apple an und wies die Klage zurück. Bei der im Januar 2022 von Cydia eingereichten Klage konnte das Gericht allerdings keine Verjährung feststellen.
Anhaltende Kritik an Apple
Die Frage, ob Apple mit seinem geschlossenen Ökosystem ein wettbewerbswidriges Geschäftsmodell betreibt, sorgt für Spaltungen in der gesamten Tech-Branche. Der iPhone-Konzern argumentiert in der Regel damit, dass mit einer Öffnung eine höhere Gefahr durch Malware entstehen würde.
Die Gegenseite wirft dem Giganten jedoch andere Interessen vor. So wolle sich Apple lediglich ein extrem lukratives Geschäftsmodell mit einer besonders hohen Marge sichern.
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