Bundesregierung will Apple zur vollständigen Öffnung des NFC-Chips verpflichten
Mit den letzten iOS-Versionen ist Apple über seinen eigenen Schatten gesprungen und hat den NFC-Chip im iPhone und iPad zumindest teilweise für Drittanbieter geöffnet. Über ein neu geplantes Gesetz will die Bundesregierung Apple jetzt zur vollständigen Freigabe des Funkchips bewegen.

Apple hat mit iOS 13 den NFC-Chip im iPhone und iPad für Apps von Drittanbietern freigeschaltet. Allerdings haben Entwickler nur eingeschränkten Zugriff auf die drahtlose Schnittstelle, denn der iPhone-Hersteller gewährt externen Programmieren über NFC lediglich Lesezugriff. Der volle Funktionsumfang des Chips bleibt Drittanbietern weiterhin verwehrt.
Die Freischaltung der Leserechte via NFC mit iOS 13 ermöglicht zwar die Entwicklung diverser Apps, wie sie etwa in manchen Hotels zum Öffnen der Zimmertür angeboten werden. Auch das Buchen eines Tickets für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr ist in Ländern wie Japan oder den USA schon an der Tagesordnung. Banken zum Beispiel können aber ihre eigenen Apps zum mobilen Bezahlen nicht für das iPhone anbieten, da diese Vollzugriff auf den NFC-Chip benötigen.
Bei vielen Abgeordneten im Bundestag stößt Apples restriktive Haltung im Hinblick auf den NFC-Chip auf Unverständnis. Mit einem neuen Gesetz möchte die Bundesregierung deshalb nun Apple zur vollständigen Öffnung des NFC-Chips für Banken zwingen. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass die technische Infrastruktur im Rahmen der Umsetzung der europäischen Geldwäscherichtlinie für Banken in vollem Umfang freigeschaltet sein muss.
Apple erklärte sich von dem Gesetzesvorschlag überrascht. Man befürchte, das neue Gesetz würde die Nutzerfreundlichkeit verschlechtern sowie den Datenschutz gefährden.
Zu diesem Thema ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen. Auf der einen Seite muss der Gesetzesvorschlag noch vom Bundesrat abgesegnet werden. Zudem kann Apple, für den Fall dass die Öffnung der NFC-Schnittstelle verpflichtend wird, Gebühren von Drittanbietern verlangen.
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