Twitter verklagt Elon Musk wegen geplatzter Übernahme

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Hendrik

Es sollte der spektakulärste Unternehmenskauf des Jahres werden, stattdessen droht nun die spektakulärste Schlammschlacht des Jahres. Der Kurznachrichtendienst Twitter verklagt Elon Musk wegen der gescheiterten Übernahme.

Twitter verklagt Elon Musk wegen geplatzter Übernahme

Im Frühjahr diesen Jahres ließ Twitter die Bombe platzen und verkündete die angehende Übernahme des Kurznachrichtendienstes durch eine der schillerndsten Person der Techbranche - Elon Musk. Insgesamt sollte der umstrittene Geschäftsmann 44 Milliarden US-Dollar bezahlen, um alleiniger Inhaber von Twitter zu werden.

Da sich das Vermögen von Elon Musk zum großen Teil aus Aktien und anderen Wertpapieren zusammensetzt und auch der reichste Mensch der Welt nicht ohne Weiteres auf 44 Milliarden Dollar liquide Mittel zurückgreifen kann, sollte die Übernahme aus einer Kombination von Musks privatem Vermögen und dem Zutun weiterer externer Investoren sichergestellt werden. 

Die Meldung über die geplante Übernahme schlug hohe Wellen. Gegner des Verkaufs kritisierten, dass eines der einflussreichsten Medien der Welt fortan von einer einzelnen Person, die dazu in der Vergangenheit auch noch häufiger mit diskussionswürdigen Aussagen auf sich aufmerksam gemacht hat, beherrscht wird. Vor allem Musks Ankündigung, auf der Plattform jegliche Moderation einstellen zu wollen, um "Meinungsfreiheit herzustellen", erntete nicht nur Applaus. 

Musk lässt Übernahme platzen

Bereits vor mehreren Tagen schien die erst perfekte Fassade der Twitter-Übernahme zu platzen. Elon Musk bezichtigte Twitter, dass der Kurznachrichtendienst die Statistiken in Bezug auf Bot-Konten geschönt hätte. Auf diesem Weg wolle Twitter die Anzahl der echten Nutzer nach oben treiben, so der Unternehmer. 

Am vergangenen Wochenende wurde nun bekannt, dass Elon Musk von der Twitter-Übernahme Abstand nehmen will. Für Twitter ist diese Ankündigung ein Schlag ins Gesicht. Rund um die geplante Unternehmensübernahme ist ein weltweiter Medientrubel entstanden. Umso folgenreicher wirkt sich nun der angekündigte Rückzug des Tech-Milliardärs auf Twitter aus - mit unabsehbaren Folgen für eventuell anstehende Verhandlungen mit anderen potenziellen Interessenten.

Offiziell begründet Elon Musk den Rückzug mit den geschönten Nutzerzahlen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass eher die stark schwächelnden Aktienwerte diverser anderer Tech-Firmen der wahre Grund für Musks Rückzieher sein könnten. Teilweise haben Unternehmen mit signifikant gesunkenen Börsenwerten zu kämpfen. 

Twitter reicht Klage gegen Elon Musk ein

Wie sich nun herausstellt, hat Twitter gegen Elon Musk Klage eingereicht. Ziel der Klage ist es, Musk zur Erfüllung seiner rechtlichen Verpflichtungen zu drängen. Kurz zusammengefasst: Die käufliche Übernahme soll nun durchgeführt werden. Das Unternehmen bezichtigt den in Südafrika geborenen 51-Jährigen der Vorschiebung von fadenscheinigen Begründungen, die der Übernahme im Wege stehen sollen. 

Laut Vorvertrag stehe dem Kurznachrichtendienst bei einer geplatzten Übernahme eine Entschädigung in Höhe von einer Milliarde Dollar zu. Allerdings ist Twitter nicht an der Entschädigung interessiert, sondern an der Übernahme. Die erste Anhörung vor Gericht soll nach Twitters Wunsch bereits im September 2022 erfolgen.

Auf das drohende Gerichtsverfahren reagierte Musk passenderweise auf Twitter mit einem kurzen "Oh the irony lol". Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Ausgang des Gerichtsverfahren völlig offen. Gut möglich, dass beide Parteien im Vorfeld der Anhörung eine Einigung erzielen können. Ein jahrelanger Rechtsstreit ist jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen. 

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