Bloomberg-Umfrage zeigt: Chinesen verzichten lieber auf das iPhone als auf WeChat
Die in China sehr beliebte Chat-Plattform WeChat wird schon bald in den USA verboten. Eine Umfrage, die von Bloomberg auf Weibo gestartet wurde, zeigt, dass man in China lieber auf das iPhone verzichten würde, als WeChat nicht mehr nutzen zu können.

In ungefähr fünf Wochen tritt eine von US-Präsident Donald Trump erlassene Executive Order in Kraft. Das Papier besagt, dass es US-Unternehmen dann verboten ist, Geschäfte mit WeChat zu machen. WeChat ist für chinesische Nutzer mehr als nur eine Messenger- oder Social-Media-App: In China sind auf der Plattform zahlreiche Dienste vereint, ohne die der Alltag in der Volksrepublik deutlich umständlicher wäre.
Die App von Tencent verbindet weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer, wobei der größte Teil in China angesiedelt ist. Dort werden mit WeChat Einkäufe bezahlt, Tickets gebucht, Taxis oder Essen bestellt, mit Behörden kommuniziert und sogar die Stromrechnung beglichen. Wie jeder andere Messenger kann man mit WeChat auch chatten oder Anrufe tätigen. In China hat WeChat einen größeren Stellenwert, als in der westlichen Welt zum Beispiel WhatsApp.
95 Prozent der chinesischen Nutzer für WeChat
Da allen US-Unternehmen verboten werden soll, mit WeChat Geschäfte zu machen, würde das Apple nicht ausschließen. Die Folge der Executive Order: WeChat würde aus dem App Store verbannt werden. In der Redaktion von Bloomberg hat man nun eine Umfrage auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo gestartet, um die Meinung der chinesischen iPhone-Besitzer abzufragen.
Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd: Knapp 95 Prozent der Befragten würden sich, wenn sie eine Wahl treffen müssten, für WeChat und gegen das iPhone entscheiden. „Das Verbot wird viele chinesische Benutzer dazu zwingen, von Apple zu anderen Marken zu wechseln, da WeChat für uns wirklich wichtig ist", so Finanzmanager Sky Ding aus Honkong. „Meine Familie in China ist an WeChat gewöhnt und unsere gesamte Kommunikation findet auf der Plattform statt." Und Ding steht, wie die Umfrage zeigt, mit seiner Meinung nicht alleine.
Verbot von WeChat könnte Apple 40 Milliarden Dollar kosten
Wie Bloomberg schreibt, hat Apple in China mittlerweile einen sehr großen Markt erschlossen. Die Rede ist hier von mehr als 44 Milliarden Dollar, die auf dem Spiel stehen. In den letzten fünf Jahren konnte Apple über 210 Millionen iPhones in China verkaufen. Vor allem das kürzlich erschienene iPhone SE der 2. Generation hat dazu seinen Teil beigetragen. Laut einer Umfrage von QuestMobile ist jedes fünfte Smartphone ein iPhone.
Doch das alles hat den US-Präsidenten bisher nicht davon abhalten können, seine Executive Order noch einmal zu überdenken. Sollte der Handel mit WeChat in den USA im September tatsächlich verboten werden, würde sich das auf jeden Fall auch auf die Einführung des iPhone 12 auswirken. Bloomberg schreibt weiter, dass lokalen Hersteller wie Xiaomi, Oppo und Vivo bereits hochwertige 5G-Smartphones bereit hat um die Lücke, die Apple hinterlassen wird, zu schließen.
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