Alternative zu GPS: US-Behörde erlaubt erstmals Zugang zu europäischen Galileo-Daten
Smartphonehersteller in den USA mussten ihrer Hardware bisher den Zugang zu Daten des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo verwehren. Das hat sich jetzt geändert: Die FCC erlaubt ab sofort die Nutzung von Galileo-Daten.
Egal ob beim Autofahren, Wandern, für das Navigieren in Flugzeugen oder für selbstfahrende Autos: Amerikaner und Europäer nutzen für die Positionsbestimmung fast ausschließlich das Global Positioning System (GPS). Neben GPS gibt es noch das russische GLONASS, Beidou aus China, das fast fertige Galileo-System aus Europa und die Quasi-Zenit-Satelliten (QZSS) aus Japan.
Obwohl sich bereits mehrere Galileo-Satelliten in der Umlaufbahn befinden, bietet das europäische GPS-Pendant noch keine globale Navigation an - zumindest noch nicht flächendeckend. Der Ausbau ist jedoch laut einer Meldung der European Space Agency (ESA) im Frühjahr 2019 abgeschlossen. Das Galileo-Netz wird dann mindestens genauso exakte Daten liefern wie die Positionsbestimmung per GPS.
„Sowohl Verbraucher als auch die Wirtschaft dürfen fortan bestimmte Signale von Galileo-Satelliten nutzen.“
Die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat bisher Smartphonehersteller auf Basis des Anti-Spionagegesetzes dazu verpflichtet, das Galileo-Signal in ihren Geräten zu blocken. Auf Ersuchen der Europäischen Kommission wurde das Gesetz nun gelockert und erlaubt es jetzt US-Nutzern auf die Satellitensignale des Galileo-Systems zuzugreifen.
Laut Mitteilung der FCC sind die Standards von GPS und Galileo angepasst und untereinander kompatibel; Geräte die GPS-Daten empfangen können sind meist auch in der Lage, Galileo-Daten zu verarbeiten. Apple zum Beispiel gewährleistet den Empfang von Galileo-Signalen ab dem iPhone 6s, Geräte anderer Hersteller können via Softwareupdate für Galileo freigeschaltet werden.
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