Apple gibt Statement ab: Deshalb ist der GameBoy Spiele-Emulator iGBA aus dem App Store geflogen

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Stefan

Kurz nachdem Apple in Sachen Spiele-Emulatoren die Richtlinien für seine App Store gelockert hat, ist der GameBoy-Emulator iGBA erschienen – und wurde gleich wieder entfernt. Der iPhone-Hersteller hat sich nun offiziell zu der Angelegenheit geäußert.

Apple gibt Statement ab: Deshalb ist der GameBoy Spiele-Emulator iGBA aus dem App Store geflogen

Im App Store findet man an Software nahezu alles, was das Herz begehrt. Zu den Apps, die bis Anfang des Monats nicht erlaubt waren, zählten die Spiele-Emulatoren. Im Zuge der Anpassung der App-Store-Richtlinien an das Regelwerk des Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union musste Apple jedoch nachbessern.

Und so kam es am vergangenen Wochenende dazu, dass nach der Änderung der Richtlinien mit iGBA der erste Spiele-Emulator im App Store veröffentlicht wurde. Die Standzeit des Emulators war allerdings nicht sonderlich hoch, denn nach nicht einmal 24 Stunden hat Apple iGBA wieder aus dem App Store geworfen.

Verstoß gegen das Urheberrecht – aber nicht wegen ROMs

Als Grund für die Löschung gab Apple Spam und Verstoß gegen das Urheberrecht an. Der letzte Punkt deutete an, dass man in Cupertino wohl nicht damit einverstanden war, dass iGBA heruntergeladene ROMs aus dem Internet unterstützte. Für Fans von älteren Spielen und Emulator-Software war damit klar, dass es Apple nicht möchte, wenn auf seinen Geräten solche Inhalte abgespielt werden.

Chance Miller von 9to5mac hat bei Apple nachgefragt und die genauen Hintergründe in Erfahrung gebracht. Was wir gestern noch vermuteten, hat der Apple-Sprecher gegenüber Miller nun bestätigt. Der Rauswurf von iGBA hatte nichts mit dem Support für ROMs zu tun. Vielmehr ging es darum, dass Mattia La Spina, der Entwickler von iGBA, seine App dreist kopierte. Bei iGBA handelt es sich nämlich um einen Klon des Spiele-Emulators GBA4iOS, der von Riley Testut entwickelt wurde.

Testut hat sich bei Apple gemeldet, das Problem geschildert und um die Entfernung von iGBA gebeten. Da Testut seine Urheberrechte einwandfrei belegen konnte, kam Apple Testuts Bitte nach.

Wie geht es mit den Spiele-Emulatoren weiter?

Mit dem Statement von Apple wurden die Karten jetzt wieder neu gemischt. Die Tatsache, dass ein Spiele-Emulator das Abspielen von ROMs aus dem Internet unterstützt, ist laut der Stellungnahme des Konzerns kein Grund, eine App aus dem App Store zu werfen. Wir werden also in Zukunft weitere Spiele-Emulatoren im App Store zu sehen bekommen.

Da wird sich in den nächsten Wochen und Monaten einiges tun. So haben die Entwickler von PPSSPP, ein Emulator mit dem man PSP-Spiele emulieren kann, angekündigt, ihre App für iOS und iPadOS zu veröffentlichen – wenn Apple bei der Nutzung von ROMs und ISO-Dateien kein Problem sieht. Das hat der iPhone-Hersteller mit seinem aktuellen Statement nun bestätigt.

Und auch Riley Testut will mitmischen, allerdings nicht mit seinem GBA4iOS. Vielmehr möchte er seinen Emulator „Delta“ in naher Zukunft auf das iPhone bringen. Mit Delta können nicht nur GBA-Games, sondern auch ROMs für das Super Nintendo, NES und das Nintendo 64 abgespielt werden.

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