Besserer Datenschutz: U1 Ultrabreitband-Chip lässt sich in der Beta von iOS 13.3.1 deaktivieren
20.01.2020 18:38 Stefan

Besserer Datenschutz: U1 Ultrabreitband-Chip lässt sich in der Beta von iOS 13.3.1 deaktivieren

Obwohl die Erfassung der Standortdaten im iPhone 11 und iPhone 11 Pro deaktiviert waren, geriet Apple im Dezember in die Schlagzeilen, weil diese Daten trotzdem ausgelesen wurden. Wie sich nun herausstellte, liest der neue U1 Ultrabreitband-Chip den Standort aus. In der zweiten Beta von iOS 13.3.1 lässt sich dieses Verhalten nun abschalten.

Normalerweise geht man als unbedarfter Nutzer davon aus, dass das Smartphone keine Daten sammelt und zum Hersteller sendet, wenn alle entsprechenden Funktionen, die dies ermöglichen, ausgeschaltet sind. Vor allem bei Apple, wo der Datenschutz in der Firmenphilosophie ganz oben steht, wird das erwartet.

Im Dezember wurde bekannt, dass die neue iPhone-Generation, trotz Deaktivierung aller dazugehörigen Dienste, Daten über den Standort ermittelt. Apple gab auf die Anfrage eines Sicherheitsunternehmens zu: Das iPhone 11 und das iPhone 11 Pro erfassen die Standortdaten wegen des U1 Ultrabreitband-Chips. Dessen Nutzung ist in einigen Regionen nicht erlaubt. Durch die Ortung wird lokal auf dem Gerät bestimmt, wo sich der Nutzer aufhält und der U1-Chip dementsprechend deaktiviert.

Beta von iOS 13.3.1 erlaubt Deaktivierung des U1-Chips

In der aktuell zweiten Beta von iOS 13.3.1, die letzte Woche freigeschaltet wurde, ist nun in den Einstellungen eine neue Schaltfläche aufgetaucht, die das Abschalten der Ortung des U1 Ultrabreitband-Chips erlaubt. Wenn die Ortung in Netzwerken abgeschaltet ist, hat der Nutzer wieder volle Kontrolle über seine Standortdaten. Einen Screenshot aus der iOS-13-Beta hat u. a. Brandon Butch auf seinem Twitter-Account veröffentlicht.

Die vom U1-Chip erfassten Daten werden zwar laut Apple in keinem Fall an den Hersteller übermittelt, dennoch sorgte das Verfahren bei vielen Testern für Unmut. Einer von Apples Slogans lautet schließlich "Was auf deinem iPhone passiert, bleibt auf deinem iPhone", und bis zum Statement aus Cupertino war nicht klar, was mit den durch den Chip erfassten Daten genau passiert.

U1-Chip ortet kompatible Geräte ohne GPS

Beim U1 Ultrabreitband-Chip handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Apple. Im iPhone 11 und iPhone 11 Pro kam dieser zum ersten Mal zum Einsatz. Apple nennt die Technologie "Chip mit räumlichem Bewusst­sein". Ein iPhone, das über einen U1-Chip verfügt, ist dazu in der Lage, die Position anderer Geräte, die ebenfalls einen solchen Chip besitzen, ohne weitere Ortungstechniken wie zum Beispiel GPS zu bestimmen.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist das verbesserte AirDrop. Möchte man von seinem iDevice aus Dateien an ein anderes Apple-Gerät schicken, muss man dieses bisher in einer Liste manuell auswählen. Verfügen aber beide iDevices über einen U1 Ultrabreitband-Chip, reicht es aus, wenn man sein iPhone oder iPad lediglich auf das Zielgerät richtet. Die Datenübertragung passiert dann automatisch.

Die Apple AirTags, smarte Etiketten, die man an Gegenständen seiner Wahl anbringen kann, sind ebenfalls mit dem U1-Chip ausgestattet.


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