Microsoft: Kein Boot Camp für Windows auf Macs mit ARM-Prozessor
Microsoft und Apple haben mittlerweile bekannt gegeben: Windows 10 wird man nicht auf Macs mit ARM-Prozessor installieren können. Eine neue Version von Boot Camp sei nicht geplant. Und auch für Virtualisierungs-Apps sieht es momentan noch düster aus.

Zum Wochenbeginn hat Apple im Rahmen der Keynote zum Auftakt der WWDC 2020 seine neuen Betriebssysteme vorgestellt. Neben iOS 14, iPadOS 14 oder watchOS 7 gab der iPhone-Hersteller auch einen Vorgeschmack auf das neue macOS 11, das auf den Namen "Big Sur" getauft wurde.
Tim Cook hat am Ende der Veranstaltung den Abschied von Intel als Hersteller von Prozessoren für den Mac verkündet. In den nächsten zwei Jahren wird die Mac-Produktpalette auf ARM-Chips aus Eigenentwicklung umgestellt. Schnell kam die Frage auf, ob die Kompatibilität mit bereits erhältlicher Software gegeben sei.
Apps werden unter macOS 11 keine Schwierigkeiten bereiten. Entweder werden diese neu kompiliert oder arbeiten mit "Rosetta 2" in einem Kompatibilitätsmodus. Anders sieht es dagegen bei der Ausführung von anderen Betriebssystemen aus. Apples Senior Vice President für Software-Entwicklung Craig Federighi sprach während der Präsentation von Big Sur lediglich davon, dass Linux und Docker unterstützt werden. Von Windows war keine Rede.
Auf absehbare Zeit kein Windows auf ARM-Macs
Wie The Verge nun berichtet, wurde Windows zur WWDC 2020 bewusst ausgespart. In einem Gespräch mit einem Microsoft-Sprecher hat man in Redmond die Katze aus dem Sack gelassen: Microsoft wird keine installierbare Version von Windows 10 für den Mac mit ARM-Prozessor zur Verfügung stellen.
Es gibt zwar ein ARM-Windows, der Konzern vergibt die notwendigen Lizenzen dafür aber nur an OEM-Partner, die das Betriebssystem auf ihre Komplett-PCs vorinstallieren. Auf die Frage, ob diese Richtlinie hinsichtlich der neuen Mac-Architektur in Zukunft geändert werden soll, sagte der Sprecher nur, er habe nichts weiter mitzuteilen.
Auch Apple hat gestern gegenüber The Verge ein Statement zu der Frage abgegeben, ob und wenn ja, wann Windows 10 für ARM-Macs erscheinen könnte. Von offizieller Seite heißt es, es wird definitiv kein Boot Camp für die neue Plattform geben. Es sei auch nicht für künftige Updates geplant.
Virtualisierung mit VMWare & Co fraglich
Wenn Boot Camp wegfällt und sich Microsoft weigert, ARM-Versionen von Windows 10 zu lizenzieren, bliebe nur noch die Möglichkeit, Windows in einer virtuellen Maschine laufen zu lassen. Doch auch hier muss man vorerst Abstriche machen.
Wie The Verge schreibt, werden die Virtualisierungs-Apps von VMWare oder Parallels Desktop auf einem ARM-Mac mit Windows nicht lauffähig sein. Rosetta 2 soll die Software ebenfalls nicht unterstützen. Die Entwickler virtueller Maschinen müssten ihre Programme für den Wechsel auf ARM-Prozessoren komplett neu entwickeln. Im Moment ist es fraglich, wann dieser Schritt gemacht wird.
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