Apple-Zulieferer Corning arbeitet an faltbarem Glas für Smartphones
Während Samsung und Huawei demnächst die ersten faltbaren Smartphones veröffentlichen, hält sich Apple mit einer solchen Technologie bisher zurück. Ein Grund dafür könnte sein, dass die verwendeten Displays noch nicht den Qualitätsanforderungen des iPhone-Herstellers entsprechen. Sowohl Samsung als auch Huawei setzen im Galaxy Fold bzw. Mate X auf Bildschirme aus einem speziellen Kunststoffpolymer.
Diese Polymer-Displays besitzen zwar die notwendigen Eigenschaften beim Biegen, sind aber bei Weitem noch nicht so zäh und robust, wie man es beispielsweise von den Displays aus Gorilla Glass gewohnt ist. Gorilla Glass wird seit 2007 bei Smartphones eingesetzt und kam zum ersten Mal mit dem iPhone der ersten Generation auf den Markt. Das Glas, das man seit seiner Einführung in jedem iPhone vorfindet, verfügt über eine sehr hohe Kratz- und Bruchfestigkeit und wurde von der Firma Corning mit Sitz in New York entwickelt.


Wie der Geschäftsführer von Corning jetzt in einem Interview mit Wired bekannt gegeben hat, arbeitet man schon seit geraumer Zeit an einer faltbaren Variante von Gorilla Glass. Im Moment ist der Hersteller bei einer Dicke von nur 0,1 Millimeter angekommen. Allerdings ist der Biegeradius mit fünf Millimeter noch nicht ganz im Rahmen dessen, was man sich bei Corning vorstellt.
„Das Problem, das wir zu lösen versuchen, ist die technische Herausforderung. Wir möchten enge Biegeradien von drei bis fünf Millimeter einhalten und die Widerstandsfähigkeit des Glases erhöhen. Dieses Ziel werden wir früher erreichen, als sie denken." (John Bayne, Corning)
Faltbares Glas ist technisch schon lange machbar. Das Pendant bei Corning zum robusten Gorilla Glass ist Willow Glass, das sich wie ein Blatt Papier falten und sogar ausrollen lässt. Die Kunst besteht jetzt darin, die Eigenschaften beider Glasarten zu vereinen. Polymer-Displays, wie sie im Galaxy Fold zum Einsatz kommen, lassen sich laut den Angaben von Samsung mehrere Hunderttausend Mal auseinanderfalten, ohne dass es auf dem Bildschirm zu optischen Beeinträchtigungen kommt. Irgendwann ist die Grenze des Materials jedoch erreicht und es bleiben sichtbare Spuren des Faltvorgangs auf dem Display zurück, die den Betrieb dann mehr oder weniger stören. Zudem ist Kunststoff auch um einiges leichter anfällig für Kratzer.
Es kann also durchaus sein, dass Apple sich mit der Produktion von faltbaren iPhones noch bewusst zurückhält, bis Corning die Widerstandsfähigkeit seines Willow Glass der des Gorilla Glass angepasst und zur Serienreife gebracht hat. Lassen wir uns überraschen.
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