Facebook, Instagram und WhatsApp: Auf welche persönlichen Daten greifen die Dienste zu?

Sonstiges
Hendrik

Immer wieder geraten soziale Netzwerke in die Schlagzeilen, da sie zu sorglos mit den Daten ihrer Kunden umgehen und diese angeblich sogar an Dritte verkaufen sollen. Doch auf welche Daten gewähren wir als Nutzer tatsächlich Zugriff und wo landen diese am Ende? 

Facebook, Instagram und WhatsApp: Auf welche persönlichen Daten greifen die Dienste zu?

Die Dienste von Facebook, Instagram und Co. werden seit jeher sämtlichen Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer sich mit der Funktionsweise sozialer Netzwerke auseinandersetzt, wird jedoch schnell feststellen, dass die Benutzung der Dienste durchaus etwas kostet. Das wertvolle Zahlungsmittel sind in diesem Fall die persönlichen Daten der auf den Plattformen angemeldeten Personen. 

In den Anfangsjahren der Techgiganten hat sich kaum jemand intensiver mit dem Schutz der eigenen Daten im Netz auseinandergesetzt. Dass vor allem Facebook seit jeher wenig Verständnis für datenschutzrelevante Themen zeigt, galt zwar schon immer als offenes Geheimnis. Dennoch überwiegt noch heute in den meisten Fällen eine Art Sensationslust, die sich ganz einfach per Mausklick im Internet ausleben lässt. Niemand will Gefahr laufen, etwas zu verpassen - für regelmäßige Glücksgefühle sind schon lange die "Likes" verantwortlich. 

Das neue Auto, der schöne Urlaub, der eigene Nachwuchs oder das ausgefallene Tattoo - alles wird jederzeit mit Freunden und Bekannten im Netz geteilt. Doch was genau passiert eigentlich mit unseren Inhalten, sobald wir diese auf weltweit verteilten Servern hochladen? Welche Rechte räumen sich Facebook, Instagram und WhatsApp in Bezug auf die persönlichen Daten der Nutzer ein? 

Womit soziale Netzwerke Geld verdienen

Eins vorweg: In diesem Beitrag geht es in keiner Weise darum, die Dienste von Meta, zu denen unter anderem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, in Verruf zu bringen. Als größter Vertreter im Bereich der sozialen Medien sind jedoch eben jene Dienste weltweit am stärksten verbreitet, sodass objektiv betrachtet ein besonderes Interesse darin besteht, über die genauen Abläufe im Hintergrund zu informieren.

Darüber hinaus macht Meta in regelmäßigen Abständen aufgrund neuer Datenlecks auf sich aufmerksam. Viele Nutzer fragen sich zurecht, ob ihre Daten in solch einem riesigen Verbund überhaupt sicher sein können. 

Das Geschäft der sozialen Medien ist simpel: Unternehmen platzieren über die bekannten Kanäle Werbeanzeigen. Je mehr Menschen sich auf einer sozialen Plattform befinden, desto höher fällt der Umsatz für das entsprechende Unternehmen aus. Meta bietet seinen Kunden in diesem Zusammenhang jedoch noch einen besonderen Service an.

Das von Mark Zuckerberg gegründete Unternehmen sammelt und verarbeitet Unmengen an Daten, woraufhin Werbepartner auf einzelne Personen zugeschnittene Anzeigen erstellen und im Sichtfeld vom jeweiligen Nutzer platzieren können. Ihr werdet sicherlich auch schon mal bemerkt haben, wie in eurem Instagram-Feed plötzlich der Hinweis auf ein bestimmtes Produkt erscheint, nach dem ihr euch Minuten vorher erst online dazu erkundigt habt. 

Facebook hat in diesem Zusammenhang auch kein Geheimnis daraus gemacht, dass die Einführung der App Tracking Transparency von Apple für einen massiven Umsatzrückgang beim Werbegeschäft gesorgt hat. Da iOS-Nutzer fortan ausdrücklich dem Tracking ihrer Daten zustimmen mussten, nahm das Gesamtvolumen von geschalteten Werbeanzeigen auf Apple-Geräten schlagartig ab.

Rechte an eigenen Bildern sind unantastbar

Eine häufig formulierte Behauptung ist, dass Instagram und Facebook sämtliche von dir hochgeladenen Fotos und Videos unbegrenzt weiterverarbeiten und sogar an Dritte verkaufen dürfen. Tatsächlich hat sich in den früheren AGBs ein solcher Passus befunden. Inzwischen wurden die Bestimmungen hierzu allerdings angepasst, sodass niemand mehr Gefahr laufen muss, seine privaten Fotos in Werbekampagnen fremder Firmen wiederzufinden. 

Allerdings muss an dieser Stelle klar erwähnt werden, dass Instagram selbst keine Verantwortung dafür übernehmen kann, was mit Fotos und Videos passiert, die auf öffentlich zugänglichen Profilen gepostet werden. In diesem Zusammenhang sind Nutzer in der Regel immer gut beraten, wenn sie hochgeladene Inhalte sowie weitere Profilinformationen auf "Privat" stellen. 

Die Konfigurationsmöglichkeiten hierzu befinden sich sowohl in der Android- als auch in der iOS-App im Einstellungsmenü unter "Privatsphäre". Hier könnt ihr "Privates Konto" aktivieren. Übrigens: Bei unter 18-Jährigen ist das Konto standardmäßig auf "Privat" gestellt, während es bei über 18-Jährigen genau andersherum ist.  

Welche Informationen Facebook und Instagram verarbeiten

Es ist natürlich schön, dass Facebook und Co. keines deiner Fotos verwendet, so lange du der Verarbeitung nicht ausdrücklich zustimmst. Beim Blick auf die Liste der von Meta verarbeiteten Informationen entstehen dennoch Zweifel, ob eine derartige Datensammelleidenschaft gerechtfertigt ist. Die Meta-Datenschutzrichtlinien gelten im Übrigen für Facebook und Instagram gleichermaßen - einzig WhatsApp hat sich gesonderte Regeln auferlegt. 

Laut den Richtlinien darf Meta auf sämtliche Aktivitäten der Nutzer zugreifen. Dazu zählen unter anderem erstellte Beiträge, Kommentare oder Audioinhalte. Darüber hinaus wertet das Unternehmen Daten deiner Kamera aus. In einer weiterführenden Erklärung hierzu heißt es, man nutze Informationen darüber, was Nutzer durch die Kameralinse des Gerätes sehen, um beispielsweise die Entwicklung von sogenannten Masken und Filtern zu unterstützen. Laut Meta werden diese Daten nicht dazu verwendet, um Nutzer zu identifizieren.

Darüber hinaus darf die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram auf Nachrichten zugreifen, sofern diese nicht mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert sind. Außerdem ist Meta darüber im Bilde, welche Apps du zu welchem Zweck verwendest.

Meta weiß außerdem darüber Bescheid, welches Endgerät und welche Software du verwendest. Ob sich die Facebook-App aktuell im Vorder- oder im Hintergrund befindet und ob sich die Maus momentan bewegt, ist für die riesigen Serverlandschaften ebenfalls kein Geheimnis. 

Informationen zu Bluetooth- oder WiFi-Verbindungen, GPS-Daten, Netzwerkdaten, IP-Adresse, Cookies, besuchte Internetseiten, installierte Apps, aktive Spiele, getätigte Einkäufe - die Liste der Informationen, auf die Meta Zugriff erhält, ist lang und teilweise erschreckend. Dem Leser wird zwar an vielen Stellen versichert, dass die Daten "lediglich" zur Erstellung von persönlichen Werbeanzeigen verwendet werden. Ein ungutes Gefühl bleibt trotzdem. 

WhatsApp: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Laut Datenschutzerklärung bietet WhatsApp seinen Nutzern mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung größtmögliche Sicherheit in Bezug auf den Versand persönlicher Inhalte: "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedeutet, dass deine Anrufe, Nachrichten, in Nachrichten enthaltene Medien, darunter Inhalte wie Bilder, Audio, Video, Dokumente und Dateien, verschlüsselt sind, um sie davor zu schützen, dass Dritte (einschließlich WhatsApp) diese Inhalte sehen können."

Dadurch können (grundsätzlich) keine Inhalte durch unbefugte Dritte empfangen oder ausgelesen werden. Trotzdem sollte auch bei einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung niemals zu sorglos mit eigenen Bildern, Videos oder Audioinhalten umgegangen werden. Sobald entsprechende Dateien das eigene Smartphone verlassen, besteht potenziell immer die Gefahr, dass sich diese ungewollt verbreiten.

Wer in den Datenschutzbestimmungen von WhatsApp weiterliest, wird jedoch schnell sehen, dass ansonsten ein ähnlich großer Umfang an Informationen erhoben wird, wie es bei den anderen Meta-Produkten Facebook und Instagram der Fall ist.

Beispielsweise führt WhatsApp ein genaues Protokoll über die Nutzungszeiten: Wann wurde der Dienst zuletzt genutzt? Wann wurden Nachrichten verschickt/empfangen oder Anrufe getätigt/angenommen? Der Messenger erhebt zudem geräte- und verbindungsspezifische Informationen, wie das verwendete Hardware-Modell sowie das Betriebssystem, den Akkustand, die Signalstärke, Browserdaten, Informationen zum Mobilfunknetz, ob WLAN oder mobile Daten genutzt werden, IP-Adresse und weitere.

Fazit

Dass die zu Meta gehörenden Dienste schon immer eine Schwäche für das massive Erheben und Sammeln von Informationen hatten, ist unstrittig. Das Geschäft sämtlicher in dieser Branche aktiven Unternehmen besteht darin, dass sich viele Menschen auf den beworbenen Plattformen anmelden und anschließend möglichst viel Zeit dort verbringen. 

Je mehr personalisierte Werbeanzeigen Facebook und Instagram schalten können, desto höher fällt der potenzielle Umsatz sowohl für Meta als auch für die Werbepartner aus. Damit die Anzeigen bei einem Großteil der Nutzer Gefallen finden, muss Meta im Vorfeld wissen, welche Interessen die Betroffenen verfolgen und nach welchen Verkaufsanzeigen explizit Ausschau gehalten wird. Aus unternehmerischer Sicht ist das scheinbar maßlose Sammeln von Daten somit verständlich und gerechtfertigt.

Wie das Unternehmen erklärt, werden zumindest keine sensiblen Informationen an Dritte weitergegeben. Der Weg, den die eigenen Daten im Netz zurücklegen, ist jedoch für niemanden wirklich nachvollziehbar. Und eine hundertprozentige Sicherheit, dass alles Erdenkliche für den Datenschutz getan wird, hat sowieso niemand.

Am Ende des Tages entscheidet jeder Nutzer für sich selbst, ob die Nutzung sozialer Medien und die damit verbundene Freigabe persönlicher Daten im Verhältnis zueinander stehen. Auch wenn es unbequem erscheint, so sollten zumindest in jedem Fall immer die AGBs gründlich gelesen werden, bevor etwaige Zustimmungen erteilt werden. 

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