Interner Fehler kategorisierte Mac-Entwickler App als Malware

Mac News
Yannick

'Einen Tag lang kein Geschäft mehr' - so betitelt ein Mac-Entwickler die Lage, in der er sich vor nur ein paar Tagen befand. Ohne ersichtlichen Grund entfernte Apple so seine Zertifikate um Apps zu publizieren, ohne Erklärung oder Lösungsvorschlag.

Interner Fehler kategorisierte Mac-Entwickler App als Malware

Am vierten August ist für Mac-Entwickler Charlie Monroe das Undenkbare passiert - als Massen an Beschwerden sein E-Mail Postfach überströmten, fand er so heraus dass die von ihm entwickelte und von Apple bereitgestellte macOS App Downie, der 'ultimative Video Downloader', beim Öffnen konstant abstürzte. Nicht nur das, sondern viele Nutzer berichteten ebenfalls darüber dass Mac diese App gar als Malware bezeichnete und empfahl, jene schnellstmöglichst vom System zu entfernen. Ferner konnte sich Monroe nicht mehr in seinen Apple Entwickler Account als Mitglied des Apple Entwickler Programms auffinden, da die Zertifikate zur Verbreitung seiner App entfernt wurden. Ein Horror-Szenario für den Entwickler, da dies essentiell bedeutet dass kein einziger Nutzer mehr auf seine App zugreifen kann - und das ohne ersichtlichen Grund. Aber warum wurden die Zertifikate ohne weitere private Erklärung oder Anmerkung von Apple entfernt? Ein automatisierter Prozess scheint hierbei den Übeltäter darzustellen.

'An diesem Punkt weißt du nicht länger, ob du noch ein Geschäft hast'

In einem Blog Post auf seiner eigenen Seite erklärt Monroe ein wenig mehr zu dem Vorfall, und wie er mit der Lage umging. So erklärt der Entwickler:

"Jede macOS App muss heutzutage mit einem Apple-verausgabten Zertifikat co-entwickelt werden, damit die App auf jedem Computer reibungslos funktionieren kann. Wenn Apple dieses Zertifikat entfernt ist dies praktisch ein Todesurteil für die Apps. [...] Als es 8 Uhr morgens [deutscher Zeit] wurde, zeigte mir Apples Kontaktforum nur die Möglichkeit an, Apple eine Mail zukommen zu lassen - dies tat ich dann. Um 10 Uhr benutzte ich zähneknirschend die Anruf-Option, bei welcher man eine Nummer hinterlässt und sobald wie möglich zurück gerufen wird. Ist nicht passiert. An diesem Punkt weißt du nicht länger, ob du noch ein Geschäft hast. Sollte ich mich schnell um einen Job bewerben? Oder sollte ich eine andere Firma finden unter der ich die App publizieren kann? Was sollte ich tun?" stellt Monroe so dar.

Trotzdem war nicht alles verloren, denn laut Monroe brauchte es ganze 24 Stunden bevor Apple auf die Problematik reagierte und das Problem behob. Laut einem Rückruf des Unternehmens lag das Problem hier dabei, dass "ein automatisierter Prozess den Account als bösartig kategorisierte und stilllegte". Apple entfernte daraufhin die falsche Kategorisierung, was allerdings Monroe immer noch das Re-kompilieren, Re-signieren und Re-publizieren der App übrig ließ. Zwar funktioniert nun alles grundsätzlich wie vorher, der Ruf von Downie hat aber merkbaren Schaden genommen da jene für einen Tag lang als Malware abgestempelt wurde und so Tausende an Nutzern verunsicherte.

Die Frage die aus diesem Fall hervorgehen muss, ist ob Apples Macht über die eigens publizierten Apps nicht zu groß ist. Der Vorfall zeigt, dass praktisch jegliche App, egal wie populär und weit genutzt, vom Store genommen und fälschlich bezeichnet werden kann, ohne Kompensation oder gar Entschuldigung für den Vorfall. Und Monroes Fall ist nur der bestdokumentierteste - es scheint, als ob so gut wie alle Mac-Entwickler Apps unter dem Problem litten. Falls man Repräsentanten des amerikanischen House of Judiciary fragt, ist dies inakzeptabel und stellt eine viel zu große Masse an Macht dar, die Apple (und vergleichbare Unternehmen) besitzt - und dieser neue Vorfall spielt Apple nicht gerade in die Karten.

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