Executive Director von Voting Works zeigt in einer Serie an Tweets, wie neue Contact Tracing API Ländern helfen kann

Technik News
Yannick

Der Non-Profit-Organisations Director gibt seine Eindrücke in einem langen Twitter Thread stark detailliert preis - und sieht sich größtenteils optimistisch.

Executive Director von Voting Works zeigt in einer Serie an Tweets, wie neue Contact Tracing API Ländern helfen kann

Die angehende Coronavirus Pandemie fordert alle Seiten der Gesellschaft an allen Orten der Welt heraus. Um der Verbreitung des Virus trotzdem mit allen Mitteln entgegenwirken zu können, kommt es teils zu unwahrscheinlichen Kooperationen zwischen Unternehmen, die sich in einer anderen Situation so nicht verbinden hätten können - vor allem hier Apple und Google. Letzte Woche hatten die ewigen Rivalen in einem Blog Post und den Twittern der CEOs angekündigt, dass sie Kräfte vereinen um eine API zu erstellen, welche von Bluetooth in einer anonymen Weise gebraucht macht und sowohl iOS als auch Android miteinander nativ verbinden lässt.

Die Rede ist hier von einer Art des Contact Tracing; eine Funktion welche anonyme Schlüssel zwischen Nutzern schon bei kurzem Kontakt austauscht und so feststellen kann, mit wie vielen Personen eine potentiell infizierte Person innerhalb der letzten Tage in Kontakt gekommen ist. Dank des beidseitigen Aufwandes von Apple und Google wird die Privatsphäre jedoch so weit geschont, dass die ausgetauschten Schlüssel keine identifizierbaren Informationen über den Nutzer beinhalten und auch nur mit dem expliziten Einverständnis des Nutzers mit anderen geteilt oder überhaupt erst aktiviert werden können. So viel versprechen Apple und Google in den Schlüsselpunkten der Privatsphäre der entwickelten Technologie.

Die größten Gewichte werden von Apple und Google gestemmt

In einer Serie von 23 Tweets beschäftigte sich Executive Director der Non-Profit-Organisation Voting Works Ben Adida, welche sich um die Implementierung demokratischer Wahlvorgänge mithilfe einer eigenen Wahlmaschine sorgt, mit dem vorgestellten Konzept der Contact Tracing API - und fühlt sich sehr optimistisch in dem Vorhaben. So könnten Gesellschaften über dem Globus mithilfe der Technologie ihre Grenzen und Geschäfte langsam wieder öffnen, auch schon bevor ein Impfstoff offiziell verfügbar ist; was laut Adida "aus der Sicht eines Gesundheitsexperten" gerade jetzt extrem wichtig sei, um den Ausbruch des Virus strategisch einzudämmen.

Dadurch dass die Technologie keine eigens erstellte App von Apple oder Google darstellt, sondern als API nur die Framework für Apps der einzelnen Länder stellen würde, können so in den teilnehmenden Ländern individuell offizielle Apps, ohne das große Problem der Programmierung einer solchen API, entwickelt werden, da die Smartphone-Hersteller schon "die größten Gewichte stemmen". Dies ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Gesundheitsinstitute, da jene sich so direkt auf die Eindämmung des Virus konzentrieren können, ohne zunächst Lösungen zum Thema Privatsphäre und Einwilligung des Nutzers ausbügeln zu müssen. Adida preist an, dass di    e Spezifikationen der API soweit mit dem Versprechen, dass Daten explizit auf dem Gerät des Nutzers bis zum gewollten Teilen bleiben, übereinstimmen - jedoch gibt es ein paar kleinere Details, welche in der Zukunft noch ausgebügelt werden müssen:

"14/ [Die Dokumente deuten an, dass Daten nicht das Handy des Nutzers verlassen, falls dieser nicht dazu einstimmt.] Das ist also ziemlich klasse. Daten bleiben auf dem Handy und identifizierbare Daten bleiben in jedem Fall beim Nutzer. Es gibt noch ein paar kleinere Punkte, die jedoch noch ausgefeilt werden müssen, zum Beispiel wie erkennbar die Kennzeichen des Nutzers sind. Ist dieses Konzept möglich, ohne alle täglichen Kennzeichen eines Nutzers zusammenzutragen, der positiv getestet worden ist?"

Wie zuverlässig wären die Apps wirklich?

Während die Spezifikationen Adida positiv stimmen, bleiben für ihn jedoch noch ein paar Schlüsselfragen offen:

"16/ Wir verbleiben mit drei großen Fragen, welche gestellt werden müssen:

  • Wer wird die Apps und Datenbanken für positiv getestete Nutzer tatsächlich bauen?
  • Wie können wir genug Nutzer dazu bringen, die Apps zu installieren um Contact Tracing aufblühen zu lassen?
  • Wie entscheiden Apps ob ein Nutzer tatsächlich infiziert wurde, damit ein Missbrauch verhindert wird?"

Ben Adida bleibt in den Fragen jedoch nicht lange pessimistisch, denn er zeigt direkt eine potentielle Lösung zu jeder Frage gleichzeitig auf:

"17/ Hier ist ein potentieller Ansatz, den ich mir als Lösungsweg für diese Fragen vorstelle und gut funktionieren könnte: Apps, welche von Gesundheitsabteilungen der Landkreise selbst erstellt sind. Eventuell könnten sich so viele Landkreise zusammenbilden, zum Beispiel alle Landkreise der San Francisco Bay Area. 18/ Das heißt, dass das Deklarieren eines Nutzers als positiv infiziert nur auf die Gesundheitsinstitute selbst limitiert ist, was Missbrauch der App eindämmen würde. Es könnte ebenfalls bedeuten, dass die Landkreise, je nach Anzahl der Annahme von Nutzern, selbst entscheiden können wie sicher es für sie ist, die Geschäfte wieder zu öffnen. Der Anreiz ist schön gleichgerichtet: installiert die Gesundheitsapp eures Landkreises, damit wir unsere Geschäfte wieder eröffnen können."

Als letzten Ansatz nennt Adida die Idee, dass die Apps ebenfalls zu einem Anstieg in professionellen Tests führen könnten:

"23/ Eine letzte Idee: falls die App von einer Gesundheitsabteilung gebaut worden ist, könnte dies helfen, Tests zu priorisieren. Geh mit dem Ergebnis "Sie sollten getestet werden" deiner App zu jeglicher Teststation und du wirst sofort priorisiert, ohne nötige Fragen oder Absicherungen."

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