Ist iOS 13 das schlechteste iOS aller Zeiten?
03.11.2019 10:47 AppTickerTeam

Ist iOS 13 das schlechteste iOS aller Zeiten?

Apple bezeichnet neue Hardware ganz gerne als das beste iPhone aller Zeiten, das beste iPad aller Zeiten usw.. Kann das iOS 13 als das schlechteste iOS aller Zeiten bezeichnet werden?

Wir schreiben Anfang November, das iOS 13 ist seit knapp anderthalb Monaten da und ist bereits in der Version 13.2 verfügbar. Den Sprung von iOS 13 zu iOS 13.2 hat die Firmware allerdings nicht ohne Zwischenstationen geschafft.

iOS 13.2 ist nämlich die 6te Version seit dem Erscheinungstag von iOS 13, genauer genommen sind bereits iOS 13.0, 13.1, 13.1.1, 13.1.2, 13.1.3, 13.2 erschienen. Nach dem desaströsen Update auf das iOS 13.2 ist für den Homepod sogar die Version 13.2.1 bereits verfügbar.

Ein Vergleich mit iOS 12, iOS 11 und iOS 10

Bereits an den vielen Updates innerhalb sehr kurzer Zeit lässt sich erkennen, dass die Qualität von iOS 13 nicht besonders gut zu sein scheint. Ziehen wir jedoch erst einen Vergleich zu den vorherigen iOS-Releases.

Das iOS 12.2 erschien ca. 6 Monate nach dem Release von iOS 12, das iOS 11.2 hat 2,5 Monate gebraucht, das iOS 10.2 fast 3 Monate und das iOS 9.2 knapp mehr als 2,5 Monate. Mit ca. 1,5 Monaten liegt das iOS 13 deutlich vorn.

Die Schlussfolgerung davon ist: Apple sieht sich gezwungen deutlich mehr dringende Bugs zu fixen, als in den Jahren davor.

iOS-13-Leidensgeschichte

Im Grunde fing die iOS-13-Leidensgeschichte bereits mit den ersten Beta-Versionen an. Ungewöhnlich instabil, mit ungewöhnlich vielen Fehlern und Problemen (wir haben berichtet), an die Spitze wurde dies jedoch mit der ersten Beta-Version von iOS 13.1 getrieben.

Diese erschien bereits vor dem finalen Release der iOS 13.0 Version und war bereits zu dem Zeitpunkt ein sehr eindeutiges Zeichen, dass Apple viele geplante und versprochene Features bis zu Releasedatum von iOS 13.0 nicht mehr fertigstellen kann und sich gezwungen sieht diese in die iOS 13.1 Version zu verschieben.

Das Verschieben von einigen neuen Features in iOS 13.1 bedeutete allerdings nicht, dass iOS 13.0 als eine solide und voll funktionsfähige Firmware erscheint. Viel mehr hatte man als Nutzer den Eindruck, dass es sich immer noch um eine nicht ausgereifte Beta-Version handelt. Probleme mit der Fotogalerie, Bluetooth-Probleme (welche Apple mehrfach versucht hat zu beheben), häufige Abstürze, hoher Datenverbrauch und viele Bugs und Probleme in der Mail-App sind nur einige allgemein bekannte Bugs von iOS 13.0.

iOS 13.1.3 zerstört das iPhone 11

Das wenige Tage nach iOS 13.0 erschienene iOS 13.1 machte allerdings auch keinen besonders guten Eindruck, so schob Apple entsprechend ein Update nach dem anderen nach.

Besonders brisant: Das iOS 13.1.3 sollte den neuen U1-Chip in den neuen iPhones der 11er Baureihe aktivieren und brachte die Geräte zum Absturz. Teilweise so, dass die Geräte sich nicht mehr starten ließen und von Apple ausgetauscht werden mussten.

iOS 13.2 macht die HomePods unbenutzbar

Man könnte meinen, Apple hat bis zu dem Punkt bereits alles falsch gemacht, womit man die Nutzer nur verunsichern und verärgern könnte. Nun, das war scheinbar doch noch nicht genug, mit iOS 13.2 ging es an die Firmware der HomePods und damit leider auch nicht ohne zusätzliche Probleme zu verursachen.

Hatte der Nutzer das Update aufgespielt und danach sich entschieden die Einstellungen auf dem HomePod zurückzusetzen, so bedeutete dies das Ende von dem HomePod. Das Gerät lies sich danach weder starten, noch sonst irgendwie wiederbeleben.

Um noch mehr HomePod-Besitzer von dem Schaden zu bewahren zog Apple das Update wieder zurück und veröffentlichte nur für den HomePod das iOS 13.2.1.

Nur eingeschränktes Multitasking in iOS 13.2?

Man dürfte allerdings davon ausgehen, dass auch die iPhones und iPads demnächst ein weiteres Update erreichen wird. Den auch bei iOS 13.2 läuft es nicht ganz rund. Viele Apps werden durch das Betriebssystem im Hintergrund einfach geschlossen. Schaut man sich in Safari ein Video an, oder liest eine Website und wechselt z.B. in die Mail-App und später in Safari, so stellt man fest, dass die Website ganz neu geladen wird. Multitasking wird dadurch fast unmöglich.

Beschäftigt Apple unfähige Softwareentwickler?

Jemand, der sich mit der Softwareentwicklung nicht auskennt, könnte in Anbetracht der vielen Fehler zu der Schlussfolgerung kommen, dass Apple nur noch unfähige Softwareentwickler beschäftigt, welche nicht im Stande sind gute Arbeit abzuliefern.

Der gut vernetzte Mac-Entwickler Marco Arment, schildert jedoch einige Insider-Aussagen und worüber aktuelle Apple-Entwickler sich am meisten ärgern.

  • Apples Entwickler haben kaum Zeit Bugs zu beseitigen
  • Ältere oder nicht dringende Bugs sollen nicht beseitigt werden
  • Anzahl der Manager-Ebenen seit der Jobs-Nachfolge von Tim Cook ist deutlich gewachsen
  • Neue Probleme werden in der Hierarchie nicht nach oben kommuniziert
  • Die Team-Koordination ist unmöglich geworden

Im allgemeinen also ein typischer Fall bei dem die Softwareentwicklung unter einem sehr hohen Zeitdruck und bei immer wieder neue Feature-Vorgaben durchgeführt wird. Die Folgen davon sind im Grunde absehbar, werden jedoch sehr oft ignoriert. Die Qualität sinkt, Fehler häufen sich, ständig neu benötigte Bugfixes machen das Gesamtkonstrukt noch wackeliger, die Gesamtgeschwindigkeit der Entwicklung sinkt.

Automatische Updates besser deaktivieren?

In Anbetracht der beschriebenen Probleme fragt man sich als iPhone-Nutzer ob man die Updates noch sorglos automatisch einspielen lassen kann, oder wäre es vielleicht doch besser jeweils einige Tage abzuwarten und dann manuell einzuspielen?

Nun, ich selbst verfahre bereits seit längerer Zeit so und würde dies auch jedem anderen empfehlen. Was man allerdings dabei nicht vergessen darf. Die iOS-Updates bringen nicht nur neue Bugs und Features mit sich, sondern schließen auch kritische Sicherheitslücken. Daher empfiehlt es sich mit den Updates doch nicht zu lange zu warten.

Wie sehen unsere Leser das? Wie findet ihr das iOS 13? Spielt ihr die Updates automatisch ein?


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9 Kommentare
Gast am 07.11.2019 17:47
iOS 11 war schlimmer

iOS 11 war für mich als Nutzer eines iPhone 5s iPad Pro persönlich das viel größere Disaster.
Ständige Abstürze, inaktiver Touchscreen fürchterliche Performance. Ich wundere mich bis heute warum iOS 11 nicht als eine Katastrophe kommuniziert wurde.
Es hätte mich fast zu Android getrieben.
iOS 13 stellt für mich mit dem iPhone X kein wirkliches Problem dar. Allerdings lief iOS 12 deutlich runder.
Apple ist einfach auch nicht mehr das was es mal war.

AppTickerTeam am 04.11.2019 12:54
Fehlertoleranz

Na klar hat man eine gewisse Fehlertoleranz. Die neuen Features denken sich übrigens nicht die User in zig Ländern, sondern bei Apple dafür zuständige Abteilungen und diese werden dann von den zuständigen Managern mit viel zu knappen Deadlines auf die TODO-Liste der Entwickler gesetzt.

Gast am 03.11.2019 22:59
keine Fehlertoleranz

Apple soll gefälligst sofort alle funktionen 100% vollständig und fehlerfrei einbauen. Kann doch kein Problem sein, mal eben alles abzutesten, was sich Millionen User in zig Ländern so ausdenken.
Hallo? Merkt Ihr‘s noch?!?
Jede Meldung über Abstürze, Aufhänger oder Kratzer wird aufgeblasen ohne zu hinterfragen, wie viele Nutzer (Promille oder ppm?) das überhaupt betrifft und ohne Verständnis dafür, dass man Produkte in solchen Mengen auf keinen Fall fehlerferei bauen kann. Technisch nicht möglich. Lasst doch mal die Kirche im Dorf und freut Euch, dass Apple schnellstmöglich (auch das geht nicht sofort...) Fehler abstellt...

Der Weise vom Berg am 03.11.2019 20:28
Absolute Verschlimmbesserung

Zumindest habe ich bis 13.1 mit dem Update gewartet, aber auch das war noch viel zu früh. Es läuft einfach nicht rund und auf meinem iPhone 7 Plus kann ich ohnehin keinerlei Verbesserungen zu Vorgänger Version feststellen. Das schlimmste ist, dass 3D Touch weggefallen ist. Wenn ich einen Text korrigieren will, wie hier zum Beispiel das Wort Version mit dem Wort Vorgänger zu einem Wort verbinden, habe ich nur noch die Möglichkeit, das zweite Wort zu löschen und neu zu tippen. In iOS zwölf konnte man ganz gezielt an einen Punkt des Textes gehen und von dort aus korrigieren. Eine echte Sauerei, Dass das weggefallen ist. Zum Glück habe ich das macOS Update noch nicht aufgespielt. Das muss genau so grottig sein.

Gast am 03.11.2019 19:26
Bin zufrieden mit iOS13

Bisher kann ich absolut nicht klagen. Automatische Updates würde ich nicht abschalten, da wichtige Sicherheitsupdates sonst erst deutlich zeitverzögert aufgespielt würden.

Gast am 03.11.2019 15:27
Warte ebenfalls

also die Zeiten das ich der Qualität von Apple vertraue sind vorbei. Habe immer noch mein IOS 12 drauf. Ich Google auch immer nach Fehlern vor einem Update und entscheide dann ob es mir das Risiko wert ist. Man stelle sich mal vor alle würde erstmal abwarten. Dann würde der oberen Riege bei Apple mal die Augen geöffnet. Erstmal wieder was vernünftiges für diesen Preis abliefern. Aktionäre bringen kein Geld. Ziehen es nur raus..

iUser am 03.11.2019 12:41
Weiter warten

Ursprünglich wollte ich bis iOS 13.2.2 etwa warten, allerdings wird es wohl nicht besser und ich warte noch mind. bis iOS 13.3.2.

Hoffentlich merken die bei Apple das Bugfixing mehr Zeit braucht und weniger Zeitdruck für neue Features.

Gast am 03.11.2019 12:00
iOS 13 ist gefühlt das schlechteste seit Jahren

Ich habe zwar noch Autoupdate eingestellt, aber nur weil ich hoffe, so automatischen von den Fehlern gerettet zu werden. Ich habe noch nie so viele Probleme gehabt wie z.B. mit Mail

Gast am 03.11.2019 11:26
noch tue ich das

Also ich habe die automatischen Updates noch aktiviert, aber bin such ein wenig enttäuscht.

Bei dem Preis, und dem „großen Qualitätsversprechen“ kann man in meinen Augen schon etwas mehr erwarten!

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