Auch Siri und Alexa werden bald von EU-Behörden untersucht

Apple
Yannick

Keine Pause in Sachen Kartellrecht für Apple - nach zwielichtigen Apple Store Richtlinien und Aufforderungen des US-Kongress wird nun auch Siri von der EU unter die Lupe genommen. Alles im Namen des fairen Wettbewerbs.

Auch Siri und Alexa werden bald von EU-Behörden untersucht

Die letzten Jahre sind außerordentlich schwer für Apple in Sachen Rechtsstreite geworden. Während die kontroversen Drosselungen älterer iPhones zugunsten der Akkulaufzeit mittlerweile schon ältere Nachrichten sind (die Apple auf der einen Seite lösen konnte, aber auf der anderen Seite noch mit zu kämpfen hat), kommen die derzeit größten Probleme als Resultat von Kartellämtern der EU, welche nach und nach systematisch Apples Richtlinien auf Verstöße untersuchen. Dies kommt zu einer Zeit in der solche Untersuchungen besonders gefragt sind - nicht nur von Endnutzern, sondern auch von rivalisierenden Unternehmen die unter der derzeitigen Richtlinien leiden. Und nachdem Untersuchungen für den Apple Store und Apple Pay bereits angekündigt worden sind, welche Hand in Hand mit Tim Cooks anstehender Aussage vor dem US-Kongress gehen, werden als nächstes Sprachassistenten ins Visier genommen. Und als eine der bekanntesten Assistenten weltweit wird Siri so natürlich auch als Ziel erfasst.

Eine starke Nachricht der Regulatoren

Die Untersuchungen betreffen nicht nur Apple alleine; auch gigantische Konkurrenten wie Amazon können den Untersuchungen mit Alexa nicht umgehen. So wollen Regulatoren und Kartellämter bis zu 400 kleinere Unternehmen befragen, ob die Existenz und der Marktanteil von den größten Assistenten die Chancen für das Entwickeln der eigenen Sprachassistenz der Unternehmen negativ beeinflusst. Das Schlüsselwort hierbei ist 'negativ', denn es wird mit dieser Untersuchung hauptsächlich nach weiteren Verstößen des Kartellrechts gesucht, also sollte der negative Effekt nicht allzu klein sein um relevant für die Ämter zu werden. In einem Pressestatement, welches das Outlet Reuters als erstes aufgefasst hat, hat Kommissionsvorsitzende des EU-Kartellrechts Margrethe Vestager den Nutzen dieser Untersuchung genauer geschildert:

"Es impliziert eine starke Nachricht an machtvolle Namen in diesem Markt dass Regulatoren jene genau beobachten, und dass sie ihre Geschäfte so führen müssen dass jene mit den Regeln des Wettbewerbs kompatibel sind. Interoperabilität ist hier essentiell wenn wir diesen Markt zugänglich machen wollen."

Weiterhin erklärte die Vorsitzende, dass die Untersuchung von den Unmengen an Daten von Nutzern veranlasst wurde, die an den 'Internet der Dinge' Geräten teil haben (ergo Geräte die die physische und virtuelle Welt miteinander vernetzen, bspw. Alexa oder HomeKit). Das Ziel der Untersuchung sei hier sowohl die Privatsphäre der Endnutzer aufrecht zu erhalten, als auch sicher zu stellen dass "die Marktgiganten ihre Kontrolle über Daten nicht missbrauchen" um den fairen Wettbewerb zu unterdrücken.

Rein in der Theorie erhält Apple strenge Richtlinien für die Nutzerprivatsphäre aufrecht, also sollten mindestens in diesem Bereich wenige Probleme aufzufinden sein - ob dies allerdings auch in der Praxis so stimmt, wird sich in gegebener Zeit herausstellen.

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