Rückblick auf die Gerüchteküche (Mac & Co.): Was war wahr?

Die diesjährige Worldwide Developers Conference, erstmalig online gehalten, brachte viele grundlegende Veränderungen mit sich - während iOS 14 einige signifikante Quality-of-Life Verbesserungen erhielt (und in großen Teilen schon im Februar geleakt worden ist), sind die wirklich bahnbrechenden Entscheidungen in Sachen Mac und den restlichen Geräten präsentiert worden. Die neuen Macs erhielten hier mit Apple Silicon sogar als einziges Gerät der Keynote ein Update der Hardware, welches allerdings - wie viele andere Punkte der Keynote - im Voraus absehbar war. Im zweiten Teil der WWDC20-Coverage gehen wir hier auf die Leaks ein, die vor dem 22. Juni versucht haben die Welt von Apple zu erschüttern, und welche davon sich als korrekt bewiesen haben.
macOS Big Sur + Apple Silicon
Der offensichtlichste Punkt über den bereits vorher groß spekuliert worden ist, betrifft Apple Silicon. Der erste eigene Prozessor-Chip für die eigenen Macs wird als ARM-Serie eine über 30 Jahre lange Tradition brechen und zum ersten Mal eine komplett geteilte Infrastruktur zwischen allen Apple Geräten bedeuten. Tim Cook selbst stellte diesen Wechsel gestern vor, welcher jedoch noch eine Weile auf sich nehmen wird - bis alle verfügbaren Macs mit Apple Silicon ausgestattet sind könnte es noch bis 2022 dauern; die ersten Macs mit dem neuen Chip sollen aber schon diesen Herbst ausgeliefert werden. Dass Apple diesen Zug anstrebt war bislang ein 'offenes Geheimnis' von dem viele verschiedene Quellen bereits berichteten, nicht zuletzt Analyst Ming-Chi Kuo der ebenfalls nannte dass die ersten Macs die von der neuen Infrastruktur profitieren sollen sowohl ein 13-Zoll MacBook Pro als auch ein 24-Zoll iMac sein sollen. Ob sich diese These ebenfalls bewahrheitet (eventuell für die Keynote im Herbst), bleibt abzusehen - jedoch wurde ein Mac mini speziell für Entwicklern mit eingebautem A12Z Prozessor angekündigt, welcher jenen beim Übergang von Intel auf Apple assistieren soll.
Des Weiteren zeigte Apple auf der Software Seite von macOS, unter dem Namen macOS Big Sur, dass das Betriebssystem um Rosetta erweitert wird. Jenes ist ein Feature der neuen Apple Chips welches es vor allem für Entwickler einfach gestalten soll, Programme einfach und reibungslos von der Intel-Struktur auf die neue Ausstattung umzuschreiben. Im Tandem damit erhält macOS ebenfalls die bereits gemunkelte Catalyst-Version von Messages für iOS. Catalyst Apps werden mithilfe von Mac Catalyst geschrieben, welche Apps sind die speziell von iOS für macOS umprogrammiert worden sind - bereits vor WWDC wurde angenommen dass Messages als Catalyst App von iOS übernommen werden soll, was sogar im Early-Build Code von iOS 14 zu finden war. Apple Silicon soll einen solchen Prozess noch einfacher machen, da auf jedem Gerät die selbe Art von Prozessor existiert.
iPadOS 14, Apple Pencil + watchOS 7
Auf der anderen Seite der Geräte hat Apple ebenfalls iPadOS 14 angekündigt, und damit auch eine Reihe an Verbesserungen für den Apple Pencil vorgestellt - dieser kann mit dem Update Scribble benutzen welches ein Feature ist das, ähnlich wie ein Parser, gezeichneten Text lesen und in geschriebene Form umwandeln kann. Dies wurde mit den News zum Thema nativer Übersetzer für Safari bereits Anfang des Monats angeschnitten, jedoch unter dem Vorwand dass der Apple Pencil dies speziell mit Browsern möglich machen soll - laut der Keynote ist jenes Feature aber anscheinend auf jeder App und sowohl in Englisch als auch Chinesisch möglich.
Zur Apple Watch wurde vor der Keynote angedeutet, dass zwei große Verbesserungen mit watchOS 7 kommen - einerseits überarbeitete Ziffernblätter, welche man sogar mit anderen Besitzern der Apple Watch teilen kann, und andererseits eine App die dem Nutzer erlaubt seinen Schlaf mit der Watch beobachten zu lassen und mit der Zeit zu verbessern. Auch diese Features sind bereits im März durch den Early-Build Leak von iOS 14 angedeutet worden.
... jedoch bis jetzt kein weiteres Zubehör
Zwei Themen die, mehr oder weniger überraschend, keinen Weg in die Keynote finden konnten sind sowohl Apples Pläne für Augmented und Virtual Reality als auch die vermuteten AirPods Studio und AirPods 3. Mit beiden dieser Themen sind jedoch Produkte verbunden, die frühestens 2021 Wellen in den Märkten schlagen sollen. Apples Dual Device Strategy soll so mit einem kabellosen Headset in 2021 beginnen und mit spekulierten 'Apple Glasses' bis 2023 anhalten, während die AirPods Studio und AirPods 3 die jetzige, zweite Generation von AirPods 'in der ersten Hälfte von 2021' ersetzen soll. Was jedoch relativ sicher angenommen werden kann, ist dass beide dieser Produkte bei der Keynote im Herbst angesprochen werden - spätestens wenn (ebenfalls laut Kuo) Apple offenbart, dass die Boxen des iPhone 12 keine EarPods beinhalten werden.
Im Ergebnis lässt sich sagen dass der Leak des unfertigen iOS 14 im Februar als wahrhaft legitim angesehen werden kann, da es einen nicht zu unterschätzenden Teil der gesamten Keynote verriet - auch über iOS selbst hinaus. Nach so einem ereignisreichen Start in die Woche erwarten wir als nächstes sehnsüchtig den Start des iPhone 12 im Herbst des Jahres - ob September oder erstmalig im Oktober ist hier nun die Frage!
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